Aktualisiert: 01.9.25
Das Anti-Müller-Hormon (AMH) ist für Frauen mit Kinderwunsch ein entscheidender Marker. Es gibt Aufschluss über die Eizellreserve und spielt damit eine wichtige Rolle bei der Diagnostik von Fruchtbarkeitsproblemen. In diesem Artikel erfährst du, was das AMH ist, welche Werte normal, niedrig oder hoch sind und welche Bedeutung es für deine Familienplanung hat.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist das Anti-Müller-Hormon (AMH)?
- AMH-Werte im Überblick
- AMH-Normwerte und ihre Bedeutung
- AMH und Fruchtbarkeitsbehandlung
- AMH und die Wechseljahre
- Warum ist die AMH-Bestimmung sinnvoll?
- Fazit: AMH als Wegweiser im Kinderwunsch
Was ist das Anti-Müller-Hormon (AMH)?
Das Anti-Müller-Hormon wird von den Granulosazellen in den antralen Follikeln der Eierstöcke gebildet. Diese Follikel enthalten die Eizellen, die sich im Laufe des Zyklus entwickeln können. Ein gemessener AMH-Wert dient in der Diagnostik dazu, die Eizellreserve einer Frau einzuschätzen ,also die Anzahl der Eizellen, die grundsätzlich noch zur Verfügung stehen.
👉 Wichtig: Der AMH-Wert sagt nichts über die Qualität der Eizellen aus, sondern ausschließlich über ihre Menge.
AMH-Werte im Überblick
Niedriger AMH-Wert
Ein niedriger AMH-Wert weist auf eine geringe Eizellreserve hin. Das bedeutet, dass sich nur noch wenige potenziell befruchtbare Eizellen im Eierstock befinden. Oft sind davon Frauen in einem höheren Alter betroffen, doch auch junge Frauen können bereits niedrige Werte haben, etwa durch genetische Faktoren oder Vorerkrankungen.
Normaler AMH-Wert
Liegt der AMH-Wert im Normbereich, spricht das für eine ausreichende Anzahl an Follikeln. In diesem Fall stehen noch genügend Eizellen für eine mögliche Befruchtung zur Verfügung, und die Chancen, schwanger zu werden, sind altersentsprechend gut.
Hoher AMH-Wert
Ein sehr hoher AMH-Wert tritt häufig beim Polyzystischen Ovarsyndrom (PCO-Syndrom) auf. In diesem Fall befinden sich viele kleine Follikel in den Eierstöcken, die jedoch oft nicht vollständig ausreifen. Das führt häufig zu einem unregelmäßigen Zyklus und erschwert den Eisprung.
AMH-Normwerte und Chancen bei niedrigen Werten
1,3 – 11,0 µg/l:
Dieser Bereich gilt als normale bis gute Eizellreserve („fertile Phase“). In dieser Spanne stehen in der Regel genügend Eizellen für eine Schwangerschaft zur Verfügung.
< 1,3 µg/l:
Hier spricht man von einer eingeschränkten Eizellreserve. Studien zeigen, dass über 80 % der Frauen mit einem Wert unter 1,3 eine verminderte Eierstockfunktion haben und etwa 90 % nur ungenügend auf eine hormonelle Stimulation ansprechen.
< 0,7 µg/l:
Bei diesen niedrigen Werten ist die Eizellreserve stark eingeschränkt. Eine Schwangerschaft ist nicht ausgeschlossen, wird jedoch deutlich unwahrscheinlicher.
< 0,13 µg/l:
In diesem Bereich braucht es zusätzliche Unterstützung, um Eizellen zu gewinnen.
Ein niedriger AMH-Wert bedeutet, dass die Eizellreserve abnimmt. Die Chancen auf eine Schwangerschaft können dadurch eingeschränkt sein, aber ausgeschlossen ist sie nicht. Auch mit sehr niedrigen Werten können Frauen schwanger werden, manchmal spontan, manchmal mit Unterstützung durch eine Kinderwunschbehandlung.
Besonders wichtig ist dabei die Qualität der Eizellen. Manche Frauen mit niedrigen Werten haben dennoch gute Eizellen, die eine erfolgreiche Schwangerschaft ermöglichen.
👉 Altersabhängigkeit: Bei einer 25-Jährigen mit niedrigem AMH-Wert sind die Chancen deutlich besser als bei einer 42-Jährigen mit normalem Wert. Mit zunehmendem Alter nimmt die Eizellqualität stärker ab, unabhängig vom AMH-Wert.
👉 Wichtig: Der AMH-Wert ist ein wichtiger Hinweis, aber niemals allein entscheidend. Erst die Kombination mit Zyklusdiagnostik, Hormonen und weiteren Befunden ergibt ein klares Bild.
AMH und Fruchtbarkeitsbehandlung
Der AMH-Wert ist für die Planung einer Kinderwunschbehandlung wie IVF oder ICSI von großer Bedeutung. Er gibt Ärzt:innen einen Hinweis darauf, wie die Hormondosis für die Stimulation angepasst werden sollte. Bei einem hohen AMH-Wert genügt meist eine niedrigere Dosis, um die Eierstöcke nicht zu überstimulieren. Liegt der Wert dagegen niedrig, wird häufig eine höhere Hormondosis gewählt, um genügend Eizellen zur Reifung zu bringen. So lässt sich das Risiko einer Über- oder Unterstimulation reduzieren und die Behandlung individueller anpassen.
AMH und die Wechseljahre
Viele Frauen möchten wissen, ob der AMH-Wert eine Vorhersage für die Wechseljahre erlaubt. Eine exakte Prognose ist nicht möglich, aber Studien zeigen, dass ein niedriger AMH-Wert darauf hindeutet, dass die Wechseljahre in etwa drei bis fünf Jahren bevorstehen könnten. Trotzdem bleibt der Zeitpunkt individuell sehr unterschiedlich, sodass AMH hier nur als grobe Orientierung dienen kann.

Warum ist die AMH-Bestimmung sinnvoll?
Die Bestimmung des AMH-Wertes kann in vielen Situationen sinnvoll sein. Besonders hilfreich ist sie, wenn du schon länger versuchst schwanger zu werden und bisher unklar ist, woran es liegt. Auch wenn du wissen möchtest, wie es um deine Eizellreserve steht, kann eine Messung dir wichtige Antworten liefern. Zudem ist der Wert ein bedeutender Faktor, wenn eine Kinderwunschbehandlung geplant ist, da er die Therapieplanung erleichtert. Und nicht zuletzt kann er dir eine Orientierung geben, wie lange du dir mit der Familienplanung realistischerweise noch Zeit lassen kannst.
Fazit: AMH als Wegweiser im Kinderwunsch
Das Anti-Müller-Hormon ist ein wertvoller Marker in der Fruchtbarkeitsdiagnostik. Es zeigt an, wie viele Eizellen noch verfügbar sind, und liefert wichtige Hinweise für die Planung von Kinderwunschbehandlungen. Allerdings sollte es niemals isoliert betrachtet werden, sondern immer im Zusammenspiel mit anderen Hormonen und Faktoren. Die Fruchtbarkeit ist nicht zwingend abhängig vom AMH-Wert. Hier spielt neben der Eizellreserve auch die Eizellqualität eine Rolle.
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Alles Liebe,
Deine Dr. med. Heidi Gößlinghoff
Mama mit 49. Unternehmerin mit 59. Heute für dich und deinen Kinderwunsch da.